Emma [Rezension]


"Welche Seligkeit, eine Melodie wiederzuhören, bei der man einmal glücklich war!"




Eckdaten


Titel: Emma
Autor: Jane Austen
Verlag: Anaconda
Seiten: 553
Erscheinungsjahr: 2011 (1816)
Übersetzung: Aus dem Englischen von Horst Höckendorf
Nachwort von Klaus Udo Szudra
ISBN: 978-3-86647-707-0
Genre: Klassiker, Historienroman, Roman des Lebens
Art: fester Einband



Inhalt


Emma Woodhouse (21) ist in Highbury in sehr guten gesellschaftlichen Verhältnissen aufgewachsen und ist selbst nicht auf die Sicherheit eines Mannes angewiesen. Außerdem möchte sie nicht ihren hypochondrierenden und höchst negativen Vater allein lassen, nachdem die ältere Schwester schon vor Jahren einen gewissen Mr. John Knightly geheiratet hat und kürzlich erst Miss Taylor, die Erzieherin von Emma, Mr. Woodhouse geheiratet hat. Sie ist Emma eine Mutter, seit ihre leibliche in ihrer frühsten Kindheit verstorben ist.

Miss Taylor ist durch niemand geringeres als Miss Woodhouse verkuppelt worden, die es gewissermaßen als ihre Beschäftigung ansieht, Ehen zu arrangieren. Sich selbst hat sie dagegen geschworen, niemals zu heiraten. Leider muss Emma noch merken, dass sie in ganz schön viele Fettnäpfchen tritt und ihr Verständnis von den Voraussetzungen einer guten Ehe (gesellschaftlicher Aufschwung, Vermögen, Bildung) sich nicht mit denen ihres Umfeldes decken.

Mr. Knightly (37), Emmas Schwippschwager, weist Emma regelmäßig zurecht und missachtet ihre Verkupplungen, da andere darunter zu leiden hätten. Generell hält er sehr häufig Einug in Hartfield, dem Ansitz der Woodhouses, da er ein sehr guter Freund deer Familie ist und seit ihrer Kindheit ein Auge darauf geworfen hat, dass Emma nicht verzogen werden möge. Doch Emma kommt seinen Versuchen, auch jetzt, da sie erwachsen ist, nur mit Trotz entgegen.


So muss die 17-jährige, naive Herriet, deren Herkunft nicht geklärt ist,die Emma unter ihre Fittiche genommen hat, um sie in die gute Gesellschaft einzuführen, aus erster Hand erfahren, dass ihre standesebene Wahl und ehrliche Hingezogenheit zu einem Landarbeiter nicht Emmas Vorsehung für sie entsprechen. 

Emma hat dagegen auf den jungen Pfarrer Mr. Elton gesetzt, der in Herriets Beisein Ermutigungen und Zeichen anzudeuten schien. Das das Ganze dann aber nach hinten losgeht, kommt leider erst zu spät raus und leider Emma auch einige Zukunftspläne für ihr eigenes Leben wohl oder übel ändern! 
Macht euch auf noch mehr interessante und vielseitige Charaktere gefasst, von denen ich noch nichts verraten wollte :).



Meine Meinung


Ich muss schon zugeben, dass im Februar verhältnismäßig viele Bücher das Maximum von fünf Catookies erreicht haben, aber jedes von ihnen hat es auch verdient! "Emma" ist eines von ihnen.

Es ist das zweite Buch, das ich von Jane Austen gelesen habe und es hat mir einen Ticken besser gefallen als "Stolz und Vorurteil". Zu einem kleinen Teil mag es daran liegen, dass ich mich nicht mehr so lang an den Schreibstil gewöhnen musste (Verschachtelte Sätze und sehr exotisches und breitgefächertes Vokabular) und diesen schon von Anfang an in vollen Zügen genießen konnte.
Zum anderen wird auch der Plot und die hier noch interessanteren und ,wie ich finde, noch kritischer beschriebeneren Charaktere dafür verantwortlich sein.

In dem sehr interessanten und bereicherndem Nachwort wurde erwähnt, dass "Emma" wohl allgemein dafür bekannt sein soll, dass Vollkommenste Werk Jane Austens zu sein. Die Vollkommenheit spielt hier auf die wahrscheinliche Intuition der Autorin an: Das Ehewesen und seine gesellschaftliche Stellung in der Geschichte kritisch zu hinterfragen.

Oh Mann, wie ironisch, gewitzt und spitz die Autorin hier formuliert und ihre eigens erschaffenen Figuren verurteil. Jeder, wirklich jeder, wird von Kopf bis Fuß auf Nieren überprüft. Der eine besteht besser als der andere, natürlich einmal aus Sicht der Autorin und zum anderen aus der ganz persönlichen Sicht des Lesers.

Zwar mag man als Leser schon zu Anfang Mutmaßungen über mögliche Wendungen treffen, aber wenn ich sage, dass mindestens ein Plottwist große Klasse beweist, so stehe ich bestimmt nicht allein da. 

Jane Austen war mit Ihren Ansichten wirklich sehr modern für damalige Verhältnisse!

Gleich danach wollte ich dann den Film schauen, habe ihn auch begonnen, bin aber enttäuscht von dem Ausssehen vieler Charaktere und den Handlungsenderungen und es ging alles viel zu schnell im Film. Da reichtenmir dieses wunderbara, reichhaltige Buch und die damit einhergehenden Erinnerungen allemal!



Fazit

Darf ich vorstellen: Ein Handbuch über die Bedeutung von Ehe und wahrer Liebe unter Berücksichtigung der Gesellschaftsordnung des frühen 19. Jahrhunderts. Auch heute kann man noch erstaunlich viel mitnehmen!



" Wenn sich eine Frau im Zweifel ist, ob sie einen Mann erhören will oder nicht, dann soll sie ihm unbedingt einen Korb geben!
(S. 61)



Wertung







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