Rache und Rosenblütte [Rezension]


"Man gebe mir eine bedeutsame Liebe oder einen wunderschönen Tod" 




Titel: Rache und Rosenblüte
2. Teil
Originaltitel: The Rose and the Dagger
Autor: Renee Ahdieh
Übersetzung: Aus dem Amerikanischen von Martina M. Oepping
Verlag: Bastei Lübbe, One Verlag
Seiten: 432
Erscheinungsjahr: 2017 (2016)
ISBN: 978-3-8466-0040-5
Genre: Jugendbuch, Romantasy, Fantasy
Art: gebundener Einband

"Deine Zukunft ist nicht in Stein gemeißelt, mein Lieber Stern. Eine Münze wechselt oft die Seiten, bevor sie landet.
(S.139) 




Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, findet hier die zugehörige Rezension.
Shahrzad und Chalid haben sich gefunden. Und obwohl ihre Gefühle füreinander unverbrüchlich sind, lauert da immer noch der Fluch, der dem jungen Kalifen auferlegt wurde. Sie wissen beide, dass diese Last ihrer gemeinsamen Zukunft im Weg steht. Und so verlässt Shahrzad den Palast. Sie verlässt Chalid. Aber kann sie einen Weg finden, ihre große Liebe nicht zu verlieren? Und kann sie verhindern, dass noch mehr Unschuldige sterben?

"Die Gestalt lächelte sie an- mit dem wissenden Lächeln vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Geheimnisse.
(S.60) 




Wunderschön, oder? Diese violette Farbe gefällt mir sogar noch besser als das Blau aus dem ersten Teil. 
Auch der Buchschnitt ist gelungen. Das Buch liegt sehr angenehm in der Hand und was ich auch immer sehr gern mag, ist, wenn es ein Lesebändchen gibt.


Es ist die gleiche Welt wie im ersten Teil, von daher erwartet uns hier nicht viel Neues. Im Umschlag gibt es eine Karte der beteiligten Reiche, was ich sehr anschaulich fand. 
Wenn etwas in diesem Teil hinzukommt, dann ist es eine weitere magische Note und damit zusammenhängend eine sehr interessante Familie, lest selbst.

Was erwartet man von einem Buch wie diesem? Wahrscheinlich spreche ich für die Mehrheit, wenn ich sage, dass es ein märchenhafter Schreibstil sein sollte. Großteils wird das auch erfüllt, allerdings driftet er manchmal in einen einfachen, modernen Jugendbuchstil ab, was bei der Zielgruppe aber nicht verwunderlich ist. Auf der anderen Seite war der 1001-Nacht-Stil hier und da aber auch zu aufgesetzt und verschnörkelt. Das hat mir nicht so gut gefallen. Aber meistens hat er sich in einem gesunden Rahmen zwischen den beiden Extremen bewegt.

Anhand der Anzahl der Zitate hier habt ihr eine gute Vorstellung, wie inspirierend der Schreibstil Ahdiehs auch sein kann :).

Ist der Erzähler allwissend? Nein. Er wächselt seine Perspektive ständig und weiß damit wohl insgesamt mehr als jeder einzelne Charakter, aber partiell gesehen steckt er zu jedem Zeitpunkt in der Haut einer bestimmten Person. 

Sharzad trotzt nur so vor Mut. Sie ist alles, was eine Märchenprinzessin (oder Kalifin :)) in sich vereinen muss. Sie kämpft für das, was ihr wichtig ist und liebt innig. Aber irgendwie ist sie mir auf Dauer etwas langweilig geworden. Vielleicht, weil sie so voraussehbar frech ist?

Chalid mag ich sehr, Tarik mag ich aber lieber :). Und eigentlich habe ich noch mehr mit Irsa und Rahim mitgefiebert. Denn ich habe inzwischen wirklich was gegen Dreiecksbeziehungen. Was ist das denn, bitte? Liebe Autoren, fallen euch keine anderen Liebesmotive ein? 

Was ich auch immer schwierig finde, ist die Darstellung von Gut und Böse in Büchern wie diesem. Meistens geschieht das in Märchen nicht facettenreich. Hier allerdings war es weniger Schwarz-weiß, als ich erwartet hätte und das hat mich positiv überrascht.

Hmm. Es passieren Dinge, mit denen ich nicht gerechnet hätte und andere Wendungen habe ich schon meilenweit vorausgesehen. Die Frage ist, ob es bei Geschichten dieser Art überhaupt wichtig ist, überrascht zu werden. Meiner Meinung nach stehen andere Dinge im Vordergrund: Die Moral der Geschicht und die Liebe. So abgedroschen es auch klingt, aber das Buch vermittelt gute Werte.
Magie spielt eine Rolle und es ist auch wirklich nicht alles nachvollziehbar und wer nicht an Fügung glaubt, der kommt hier leider nicht auf seine Kosten. Aber die Motive unserer Helden liegen mehr als klar auf der Hand.
Wen interessiert es da noch, wie man auf so fadenscheinige Flüche kommt und warum gerade eine knitterige dämonenhafte Tante zu wissen glaubt, wie man diesen bricht...

"Schneide die Leinen durch, Shazi. Flieg.

(S.64) 

Ich muss lächeln. Ich denke aber, dass das jetzt kein Spoiler ist, denn das war euch doch schon klar oder? Das Ende ist auf jeden Fall eines Märchens würdig. 


"Ich würde nur die Beherrschung verlieren oder anfangen zu weinen. Und ich habe immer im Stillen diejenigen verachtet, die weinen, um ihre Ziele zu erreichen. Aber wenn du mich zwingst, Chalid Ibn al-Rashid, werde ich es tun. Und ich weine wunderschön.
(S.180) 





Märchenhaft und schnörkelig geht es weiter!


"Denn hier existierten sie jenseits der Zeit. Hier konnten sie nicht länger fühlen, wo sie aufhörte und er anfing.
(S.185) 




"Worte allein sind bloße Kratzer auf einer Seite Papier. Die Macht dahinter liegt bei den Menschen.
(S.210) 




 
"Ihr Spiegelbild, das ihr von der Oberfläche entgegensah, wirkte seltsam beherrscht. Ruhig, aber verzerrt. Das Gesicht eines Mädchens, das alles und nichts im Laufe einer einzigen Nacht verloren hatte.
(S.13) 

"Liebe spricht für sich selbst.
(S.40) 

"Denn seine Schönheit lag in der Summe seiner Fehler.
(S.143) 

"Wenn ich dich küsse, will ich, dass deine Lippen die ersten und die letzten sind, die ich küsse.

(S.265) 


"Denn es war einfach, in Zeiten der Fülle gut und freundlich zu sein. Die harten Zeiten waren die Zeiten, die einen Mann prägten.
(S.301) 

"Er sagt, das nächste Mal, wenn du Söldner schickst, um jemanden zu töten, den er liebt, sorge dafür, dass sie nicht lange genug leben, um davon zu erzählen.
(S.422) 

"Ihr Herz war uferlos wie der Ozean.
(S.427)

Kommentare

  1. Ahoi Amira,

    ich kann dir nur zustimmen; ein wunderbar, märchenhaftes Buch und Reihe ♥ Wenn du magst, findest du hier meine Rezension :)

    Sonnige Grüße
    Ronja von oceanloveR

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